War das heute nicht ein schönes Wetter? Die letzten Tage hatte es ja immer nur geregnet, so dass ich die meiste Zeit in der Wohnung verbringen musste. Heute sind wir dafür den ganzen Tag an der frischen Luft gewesen. Zusammen mit vielen netten Leuten hab ich einen Ausflug mit dem Sofazügle zur Burg Hohen Neuffen gemacht. Naja, der Zug fuhr leider nur fast bis zur Burg. Aber alles der Reihe nach …
Früh morgends um kurz nach sieben — ich hatte mich gerade auf den Bauch gedreht um mir die Wiederholung meines Traumes von letzter Nacht anzuschauen — da stand auf einmal Papa vor meinem Bett mit einem lauten „Guten Morgen“.
Um kurz nach sieben … an einem Sonntag. Am Anfang dachte ich noch, es wäre nur ein falscher Traum, denn Papa steht an einem Sonntag sonst nie so früh an meinem Bett. Als er mir dann aber meinen Schnuller aus dem Mund gezogen hatte, wußte ich, dass es kein Traum ist. Du kannst Dir ja vorstellen, wie verschlafen ich noch aus der Wäsche geschaut hab*.
Zum Glück brauch ich ja morgends nie so viel zu tun. Hier mal ein süßes Lächeln für die Mama (die nicht weniger verschlafen ausgesehen hat*). Dann mal kurz meckern, weil der nasse Waschlappen in meinem Gesicht rumfährt. Und am Frühstückstisch brauch ich nur den Mund auf und zu machen. Irgendwann saß ich dann in meinem Rennsessel und konnte meinen unterbrochenen Schlaf fortsetzen … nur leider ohne Traum.
Als ich wieder aufgewacht bin, standen plötzlich ganz viele Leute um meinen Rennwagen. Jeder sagte mir „Hallo“ und lächelte mich an … ich kam mit Winken und Lächeln gar nicht mehr hinterher. Einige der Gesichter kamen mir sogar bekannt vor.
Da standen wir nun … ich in meinem Rennwagen unter vielen Leuten. Plötzlich hörte ich in der Ferne ein Geräusch …. „sch sch sch sch“. Irgendetwas hatte mir die Show gestohlen, denn jeder, der vorher noch zu mir geschaut hatte, guckte nun in Richtung eines großen schniefendes Etwas. Dieses „Etwas“ kam direkt auf uns zu und machte vor uns Halt. In den Armen von Mama und etwas skeptisch schauend musste ich mit zusehen, wie jemand mit meinen Rennwagen in einem der Anhänger an diesem „Etwas“ verschwand.
Anschliessend sind Mama und ich auch eingestiegen. Alle anderen Leute, die vorher um meinen Wagen standen, hatten auch schon Platz in dem Anhänger genommen. Irgendjemand sagte noch, dass sei das Sofazügle … die Bank, auf der ich saß, war aber nicht so bequem wie unser Sofa daheim.
Drum hab ich auch schnell bei Mama auf dem Schoß Platz genommen. Von dort aus konnte ich auch super aus dem Fenster schauen, wie langsam Haus für Haus und Baum für Baum an uns vorbeizog. Irgendwann war „aus dem Fenster schauen“ langweilig, deshalb hab ich mal die Initiative ergriffen und ein wenig für Unterhaltung gesorgt. Mit Händeklatschen und „Ga ga ga“ kam schnell gute Stimmung in unserem Wagen auf.
Irgendwann sind wir auch am ersten Etappenziel in Neuffen angekommen. Und ohne viel vorwegzunehmen … bis hierher war es der entspannendste Teil unseres Ausfluges (wobei ich mich nicht beschweren kann).
Nachdem mein Rennwagen aus dem Gepäckwagen entladen war, ging es weiter mit Teil 2 … auf Richtung Burg Hohen Neuffen. Tja, und wie der Name schon verrät, hat man die Burg nicht in einem Tal errichtet. Es ging bergauf, und das nicht nur für ein paar Schritte. Wieviele es genau waren, kann ich dir nicht sagen … ich kann ja noch nicht laufen! Zum Glück, sonst wären Mama und Papa bestimmt noch auf die Idee gekommen mich meinen Rennwagen alleine schieben zu lassen.
Tja, so mussten die beiden abwechselnd mich und meinen Wagen den Berg nach oben schieben. Ich hab es mir derweil bequem gemacht und die beiden zusammen mit den anderen Leuten angefeuert. Nach einem wirklich anstrengenden Stück Weg gab es zur Belohnung auch mal ein Lächeln von mir. Auf den letzten 100 Metern gab es sogar noch Unterstützung für Mama und Papa, die beide schon wirklich sehr fertig ausgesehen haben.
Naja, jeder Berg hat eine Spitze … und auf unserem befand sich hoch oben das ersehnte Ziel … die Burg Hohen Neuffen. Von dort oben hat man echt eine super Aussicht. Wobei, viel interessanter fand ich ja, was Mama so auf dem Kopf trug. Hab ich schonmal erwähnt, dass ich Brillen jeglicher Art total interessant finde …
Beim Rundgang durch die Burg bin ich auch noch auf so ein riesiges zotteliges Ungeheuer gestossen. Aus sicherer Entfernung in meinem Rennwagen hab ich es eine ganze Weile beobachten können.
Zum Glück hat es mich nicht gesehen oder hatte gerade etwas besseres zu tun.
Nach mehreren Stärkungen, einem Windel-wechseln im Freien und einem (sehr) kurzen Nickerchen ging es auch wieder den Berg hinunter. Ich weiß ja nicht, was Papa hat, aber selbst da hatte er etwas zu meckern. So von wegen, ich solle nicht so schnell fahren, er komme nicht hinterher.
Ich hab überhaupt nichts gemacht … was schon anstrengend genug ist. Sitz mal die ganze Zeit in einem Rennwagen ohne Krabbeln und anderer körperlicher Betätigung. Dazu hoppelt der Wagen noch über Stock und Stein … in so einer Situation nicht einzuschlafen, dass hab ich nicht geschafft.
Am Fuße des Berges wieder angekommen, durften Mama und Papa sich zur Belohnung aller Mühe ein Eis kaufen. Natürlich kamen sie nicht drumrum, mir auch etwas von der kalten Leckerei abzugeben. Mich schüttelt es zwar jedes Mal weil es so kalt ist, aber „Nein“ sagen kann ich trotzdem nicht. Anschliessend ging es wieder mit dem Sofazügle zurück zum großen Rennwagen, der uns dann schnurrstracks nach Hause gebracht hat.
Damit ging ein schöner, langer und aufregender Tag zu Ende … und ich fiel richtig müde in mein Bett. Und ich glaube, Mama und Papa konnten nach der Anstrengung auch richtig gut schlafen.
Achja, eines darf ich natürlich nicht unerwähnt lassen: Den ganzen Tag über wurde ich hoch gelobt, was ich doch für ein liebes Kind sei. Recht haben die Leute 🙂
* Eine kleine Anmerkung, die eigentlich nichts zur Sache tut: Die Nacht von Samstag auf Sonntag hab ich Mama und Papa von halb drei bis um vier „unterhalten“.

